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„Frieden in Europa ist nicht selbstverständlich“


Mit dem festen Willen, die Erinnerung an Krieg und Gewaltherrschaft wachzuhalten, den Frieden unter den Menschen zu fördern und für die Demokratie einzutreten, kamen am vergangenen Sonntag Eislinger Bürgerinnen und Bürger trotz grauem und kaltem Novemberwetter auf dem Friedhof Süd zusammen. Das Programm der stillen Gedenkveranstaltung gestalteten Schülerinnen und Schüler der Dr.-Engel-Realschule gemeinsam mit Oberbürgermeister Klaus Heininger, dem VdK und der Kirchengemeinde.  Musikalisch umrahmte die Stadtkapelle des Musikvereins. 

Der 1. Vorsitzende der VdK-Ortgruppe legt gemeinsam mit OB Klaus Heininger einen Kranz nieder.

Im Gedenken an die Kriegsopfer legte der Oberbürgermeister (rechts) und Karl Heinz Wacht (links) zwei Kränze auf dem Friedhof Süd nieder; anschließend auch auf dem Friedhof Nord und in Krummwälden.
 
„Gerade heute, wo rechte Kräfte, Gruppierungen und Parteien die dunklen Seiten der deutschen Geschichte nur allzu gerne relativieren wollen, ist es wichtig, sich zu erinnern“, sagte Oberbürgermeister Klaus Heininger. Denn wer glaube, dass Demokratie und deren freiheitliche Grundformen selbstverständlich seien, müsse nur in die jüngste Vergangenheit blicken. Dazu gäbe es gäbe es heutzutage genügend Beispiele. „Demokratie müssen wir uns verdienen“, so das Stadtoberhaupt. Er war sich sicher, dass das nur gelingen werde, wenn die Bereitschaft da sei, für die Demokratie aktiv einzutreten und sich gegen gewaltbereite und rassistische Bewegungen zu verteidigen. Das hieße für jeden Einzelnen aufzustehen, Stirn zeigen und nicht wegschauen. Der Blick in die Geschichtsbücher lehre, dass der Frieden in Europa nicht selbstverständlich sei. Das seit über 70 Jahren friedvolle Miteinander mache uns erst bewusst, wie wertvoll die Beziehungen der beteiligten Länder in der Europäische Union sind, um Frieden und Stabilität zu gewährleiten, sagte er überzeugt vom Wirken der Staatengemeinschaft. Zusammen mit dem Stadtoberhaupt übernahmen die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9c der DERS die Totenehrung. Im Anschluss trugen die Jugendlichen Friedensgedichte vor und zündeten Kerzen zur Erinnerung an.
 
Karl-Heinz Wacht, der 1. Vorsitzender der VdK-Ortsgruppe spannte in seiner Ansprache den Bogen vom Beginn des 2. Weltkrieges zur Deutschen Wiedervereinigung und ihren Folgen bis hin zu ernsten Themen, die die Menschheit aktuell bewegt und in Atem hält. Der besorgniserregenden und unheilvollen Entwicklung müssten sich Staat und Gesellschaft mit Nachdruck entgegenstellen, mahnte der Vertreter des VdK. Als Ursache machte er mitunter auch Ignoranz und Unbelehrbarkeit aus, die die Welt immer wieder in kriegerische Auseinandersetzungen führe und zitierte dazu die österreichische Schriftstellerin Ingeborg Bachmann: „Die Geschichte lehrt dauernd, aber sie findet keine Schüler. 
 
Stellvertretend für alle Kirchengemeinden überbrachte die evangelische Pfarrerin Kerstin Hackius mit den Worten des Propheten Jeremia (Jer 84-7) die christliche Botschaft und sah diese als Warnung. Kritisch stellte sie die Frage: „Ist es endlich Zeit zu vergessen?“ Die Erfahrungen sprächen dagegen, denn immer wieder würden wir Menschen im politischen und privaten Bereich erleben, die sich in einen Abgrund verrennen. Dankbar und optimistisch zeigte sie sich für Brücken der Versöhnung, als „ sichtbare Zeichen der Hoffnung für Frieden in der Welt.“
 

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